Pflanzenpflege

Frosttrocknis – Giessen im Winter

Winterschutz-Kübelpflanzen-Frostschutz-Ueberwinterung

Viele Pflanzen sehen im Frühling aus, als wären sie erfroren – in Wahrheit sind sie vertrocknet. Das passiert, wenn eine Pflanze mehr Wasser verliert, als sie aus dem gefrorenen Boden aufnehmen kann.

Was passiert bei Frosttrocknis in der Pflanze?

Die Pflanze verliert Wasser – auch im Winter

Immergrüne Pflanzen verdunsten über ihre Blätter das ganze Jahr Feuchtigkeit. An sonnigen Wintertagen sogar besonders viel.

Der Boden oder Wurzelballen ist gefroren

Gefrorene Erde bedeutet: Die Wurzeln können kein Wasser aufnehmen. Die Wasseraufnahme ist blockiert, obwohl die Pflanze Feuchtigkeit verbraucht.

Die Pflanze kann kein Wasser nachziehen

Oben verdunstet Wasser, unten kommt nichts nach. Die Pflanze rutscht in ein Wassermangel.

Die Zellen trocknen aus

Ohne Wasser verliert die Pflanze Spannung, Zellmembranen werden spröde, Blätter werden braun und ganze Triebe sterben ab.

Die Schäden zeigen sich oft erst Wochen später

Die Frosttrocknis passiert bei Frost und Sonne – sichtbar wird das Ganze aber meist erst im Frühling.

Woran erkennt man Frosttrocknis?

- braune, trockene Blätter

- strohige oder papierartige Blattstruktur

- abgestorbene Spitzen oder ganze Triebe

- Pflanzen wirken „verbrannt“, sind aber vertrocknet

NIE beim gefrorenen Ballen giessen – warum?

Wenn die Erde gefroren ist:

- kann die Pflanze kein Wasser aufnehmen

- bleibt das Wasser oben stehen

- gefriert das Wasser bei Nacht erneut

- der Frost dringt tiefer in den Ballen ein

→ Ergebnis: noch mehr Frostschäden

Ein gefrorener Ballen verhält sich wie ein Eisblock – da bringt Giessen gar nichts. Im Gegenteil: Es verschlechtert die Situation.

Was tun, wenn vergessen wurde zu giessen?

Ganz einfach:

Wenn der Ballen bereits gefroren ist, kann man NICHTS mehr tun. Keine Panik, kein Warmwasser, kein Reintragen – einfach abwarten, bis der Ballen wieder komplett aufgetaut ist.

Gardenessa-Grundsatz: Vorsorge statt Nachsorge.

Sobald der Ballen weich ist, darf wieder vorsichtig gegossen werden – kleine Mengen wie ein Espresso statt ein ganzer Cappuccino. Wintermodus eben.

Woran erkenne ich, dass der Topfballen wieder aufgetaut ist?

- Fingerprobe: Erde fühlt sich weich an.

- Hebetest: Der Ballen ist nicht mehr steinhart.

- Oberfläche wirkt nicht mehr „glasig gefroren“.

Massnahmen, um Frosttrocknis zu verhindern :

Giessen an frostfreien Tagen (kleine Mengen).

Nur giessen, wenn die Erde definitiv aufgetaut ist.

Topf isolieren.

Jute, Kokosmatte, Vlies oder Luftpolsterfolie (nur aussen!) hilft. Wobei bei sehr niedrigen Temperaturen ist das Durchfrieren nicht wirklich zu verhindern.

Vor Wintersonne schützen.

Ein lockeres Vlies oder Schattierungsnetz reduziert Verdunstung. 

Immergrüne Pflanzen öfters kontrollieren.

Fingerprobe nicht vergessen.

Geschützten Standort wählen: Hauswand, Balkonüberstand, windgeschützt.

Kleine Töpfe besonders schützen. Sie frieren viel schneller komplett durch. Am besten in ein Winterquartier bringen.

Kurz erklärt:

Frosttrocknis entsteht, wenn eine Pflanze im Winter Wasser verliert, aber durch gefrorene Erde kein Wasser aufnehmen kann. Sie vertrocknet, obwohl es kalt ist. Einen gefrorenen Ballen darf man nie giessen – erst wenn die Erde aufgetaut ist. Mit Winterschutz, gutem Standort und kontrolliertem Giessen lassen sich Schäden einfach vermeiden
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Stay warm and hydrated !

From my garden to yours – with a hot cup of tea and a smile,
Vanessa

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